Wemdinger CSU bei guten Nachbarn im Frankenland

Zu einem Ausflug, wie er erlebnisreicher und interessanter nicht hätte sein können, trafen sich die Mitglieder des CSU-Stadtverbands Wemding am späten Vormittag des 22. Juli. Erstes Ziel der Fahrt, die Ortsvorsitzender Hänsel mustergültig organisiert hatte, war das Münster in Heidenheim am Hahnenkamm. Zwar hatte es die Bürgermeisterin nicht geschafft, rechtzeitig zum Besuchstermin vor Ort zu sein, um eine Führung zu halten, dafür fuhr sie der Gruppe nach Spielberg nach und entschuldigte sich,  aber kurzfristig sprang der evang. Dekan NN., noch in Rotkreuzbereitschaftsmontur, ein und stellte äußerst kundig die ehemalige Klosterkirche vor. Leider ist die Kirche eingerüstet und wird derzeit für den erklecklichen Betrag von 9 Mio € renoviert. Das störte jedoch nicht den imposanten Gesamteindruck dieses Gotteshauses, in dem unsere Bistumsheiligen Wunibald und Walburga gewirkt hatten.

Zweite Station der Fahrt war Schloss Spielberg, von der aus man einen überragenden Blick weit ins Frankenland genießen konnte. Drei Berge, der Wachtlerberg, der Gelbe Berg und der Spielberg, geben dem Gebiet den Namen „Hahnenkamm“. Und auf dem Spielberg erhebt sich die imposante Burg Spielberg, die später zu einem Schloss umgebaut wurde. Für viele Wemdinger ist die Burg der Oettinger Fürsten auch deswegen interessant, weil in ihr der verdiente Wemdinger Künstler Steinacker seine Schaffensstätte gefunden hat. Und so war es sehr aufschlussreich, was die Führerin, die Tochter Annette des Künstlers, über ihren Vater zu berichten wusste. Vielen, die mit dem Künstler anfangs wenig anfangen konnten, erschloss sich mit den Worten der Tochter das künstlerische Verständnis des Vaters, seine ungeheure Schaffenskraft, seine vielfältige Ausdrucksform, sein künstlerisches Anliegen. Nach so viel Kunstgenuss verlangte auch der Magen sein Recht. Familie Weißgerber hatte vorgesorgt und so konnte jeder auf dem Parkplatz bei Schloss Spielberg mit Kaffee und wohlschmeckenden Baguettes und Gebäck seinen Hunger stillen, bevor es zum eigentlichen Ziel der Fahrt, nach Feuchtwangen ging.

Feuchtwangen, größte Stadt im Landkreis mit ca. 12 500 Einwohnern, erlebte in den letzten Jahrzehnten eine stürmische Aufwärtsentwicklung. Zwar verlor es den Kreissitz mit allen Ämtern, profitierte aber dank der Nähe zum Autobahnkreuz enorm von der wirtschaftlichen Entwicklung, wie es Bürgermeister Patrick Ruh beim Empfang der Wemdinger Besucher im Sitzungssaal des Rathauses formulierte. Breit erzählte er von Stärken und Schwächen seiner Stadt, verhehlte aber auch nicht, dass er ungemein stolz auf die Attraktion Feuchtwangens sei, die Kreuzgangsspiele, die seit 1949 durchgeführt werden. Unvorstellbare 50 000 Besucher zähle man in jeder Saison und sie brächten Feuchtwangen unter die bedeutendsten Freilichtbühnen Deutschlands neben Bad Hersfeld, Wunsiedel und Schwäbisch Gmünd. Und so war es eigentlich ganz selbstverständlich gleich einer Aufführung des „Luther“ beizuwohnen. Bis auf den letzten Platz war der Kreuzgang neben der Stiftskirche gefüllt und auch ohne Verstärkeranlage verstanden die über 500 Besucher jedes Wort. Auf der Bühne agierten professionelle Schauspieler und vermittelten ein beeindruckendes Bild des Reformators, seine Zerrissenheit, seine Anfeindungen, seine Standhaftigkeit, seinen Kampf mit Kirche und Obrigkeit. Langanhaltender Beifall belohnte die exzellente Leistung der Schauspieltruppe und ließ die Aufführung für alle Besucher zu einem unvergesslichen Erlebnis werden. Auch der Wettergott hatte ein Einsehen und nur wenige Tropfen erschreckten die Besucher zu Beginn des Stückes. 3. Bürgermeister Lindörfer führte anschließend die Wemdinger über den Marktplatz, am Fränkischen Museum und am Sängermuseum vorbei zu einem Biergarten, wo sich alle stärkten und den erlebnisreichen Tag ausklingen ließen. Ein ganz großes Dankeschön gebührt dem Vorsitzenden Gottfried Hänsel für die tolle Organisation dieser unvergesslichen Fahrt.