Jahreshauptversammlung 2016

Wemding Bei der kürzlich stattgefundenen Jahreshauptversammlung des CSU Stadtverbandes Wemding im Landhotel Weißer Hahn erhielten die Mitglieder und Gäste neben den Aufschluss über regionale Wemdinger Belange auch interessante Einblicke in die große Bundespolitik.

Ortsvorsitzender Hänsel  konnte dazu neben zahlreichen Mitgliedern des Stadtverbandes als Hauptredner Landrat Stefan Rößle und den 1. Bürgermeister der Stadt Wemding Dr. Martin Drexler begrüßen. Als besonderen Gast durfte Hänsel Herrn Michael Brandl begrüßen. Der gebürtige Wemdinger ist seit längerem in Berlin als Lobbyist tätig und daher sehr vertraut mit der dortigen Bundespolitik.

In seiner Rede dankte Landrat Stefan Rößle dem CSU-Ortsvorsitzenden und Kreisrat Gottfried Hänsel für seinen herausragenden Einsatz für den Bahnhof Otting/Weilheim. „Der Bahnhof mag augenscheinlich klein sein, ist aber für die Region ein immens wichtiger Bahnhof“, stellte Rößle heraus. Dank Hänsels engagierten, ehrenamtlichen Einsatz für seine Heimat konnten bereits einige Verbesserungen ins Leben gerufen werden, machte Rößle deutlich. Des Weiteren ging der Landkreischef auf die vier Anliegen von Gottfried Hänsel hinsichtlich der Realschule Wemding, der Kreisstraße nach Otting, dem Seniorenheim Wemding und dem „Nord-Südgefälle“ im Landkreis ein.

Zum Sanierungsplan der Anton-Jaumann-Realschule Wemding konnte Rößle positive Nachrichten verkünden. „Nach intensiven Gesprächen soll im kommenden Jahr die Generalsanierung beginnen. Das ausführende Architekturbüro hat hierzu bereits Pläne erarbeitet. Offen ist nur noch, wie die Anbindung der Mensa an das Hauptgebäude gestaltet wird“ führte Rößle aus. Der Ausbau der Kreisstraße DON 18 nach Otting ist im Jahr 2018 vorgesehen, allerdings kann es hier aus finanziellen Gründen noch zu zeitlichen Verschiebungen kommen. „Das Seniorenheim Wemding hat sich mit seinem engagierten Personal und hervorragender Betreuung einen guten Ruf erworben. Die Parkplatzsituation am Seniorenheim ist noch nicht ganz befriedigend. Der Landrat greift den Vorschlag von Gottfried Hänsel auf und wird einen gemeinsamen Ortstermin in die Wege leiten.

Den Mitgliedern des CSU-Stadtverbandes gab er noch mit auf den Weg, dass der Landkreis um einen gerechten Ausgleich des Nord-Südgefälles bemüht sei. Wichtig ist Rößle dabei auch, dass die Arbeit seiner Behörde möglichst mit kurzen Wegen nahe bei den Menschen erfolgt. So wird die Dienststelle des Landratsamtes in Nördlingen demnächst personell verstärkt, so dass auch einige zusätzliche Aufgaben in Nördlingen erledigt werden können. Dem Wunsch nach einer neuen Behörde auch in Wemding konnte der Landrat an diesem Abend allerdings nicht erfüllen. Mit Blick auf die neu entstehende Geschäftsstelle des Landespflegeverbandes in Harburg und die neu eingerichtete Geschäftsstelle von Gesundheitsregion Plus in Oettingen erklärte der Landrat aber, dass er Wemding im Auge haben werde, wenn sich für den Landkreis neue Betätigungsfelder eröffnen sollten, bei denen man nicht örtlich an den Sitz des Landratsamtes gebunden ist.

In seinem Bericht nannte Ortsvorsitzender Gottfried Hänsel als besonderes Ereignis im Berichtsjahr das 70jährige Gründungsfest des CSU-Stadtverbandes Wemding verbunden mit dem Gedenken anlässlich des 100.Geburtstages vom ehemaligen Ministerpräsidenten Dr. Franz Josef Strauß. Mit dem Festredner Winfried Scharnagl dem ehemaligen Chefredakteur des Bayern-Kuriers konnte die CSU-Wemding einen hochkarätigen Redner mit großem geschichtlichen Wissen und Erfahrungsschatz verpflichten. Diese Ehrenveranstaltung mit 170 Gästen stellte für den Wemdinger Ortsverband ein Highlight dar.
Auch die Ausflugsfahrt in die fränkische Nachbarschaft zur Hopfenstadt Spalt sowie der Besuch der ehemaligen freien Reichsstadt Weißenburg diente einem kommunal-politischen Exkurs. Bürgermeister Udo Weingart aus Spalt sowie Dekan Konrad Bayerle stellten mit ihren Beiträgen die Geschichte sowie die Ausstrahlungskraft
und Bedeutung der Gegenwart der Städte Spalt und Weißenburg dar.
Erfreut zeigte sich Vorsitzender Gottfried Hänsel dass der CSU-Stadtverband Wemding elf neue Mitglieder akquirieren konnte und aktuell 145 Mitglieder aufweist.

Dagegen mache ihm die politische Entwicklung in Europa und in Deutschland Sorge. Seit mehreren Jahren beklagen Millionen an Sparer die miserable Verzinsung für ihre Sparguthaben. Mit dem Werbeslogan „Sorge für das Alter“ wurden die Sparer angehalten doch ein „zweites Rentenbaustein“ anzusparen. Durch die Nullzins- Politik von Mario Draghi erweisen sich die damals angepriesenen Renditen als gigantische „Luftnummern“.
Mit den ausbleibenden Zinserträgen schmilzt ihr zu erwartendes Kapitalvermögen weg wie die abbrechenden Sanddünen auf Sylt. Wenn nicht alsbald eine sofortige Wende in der Zinspolitik eintritt und die Sparguthaben eine angemessene Verzinsung erhalten, werden dumpfe Sprücheklopfer und konzeptionslose Möchtegern Politiker der AfD weiteren Zulauf erfahren. Hier müssen die verant-
wortlichen Politiker der Volksparteien verloren gegangenes Vertrauen rasch zurückgewinnen.
Nur mit einer erklärenden überzeugenden Politik kann der 70jährige Frieden in Europa und für uns Deutsche eine nachhaltige Fortschreibung erfahren.

Bürgermeister Dr. Martin Drexler hob in seinem Grußwort die steigenden Einwohner-
und Arbeitsplatzzahlen in Wemding hervor. Die Stadt unterstütze die Infrastruktur aktuell mit zahlreichen Einzelmaßnahmen, die auf die Zukunft ausgerichtet sind. Der Bürgermeister ging dabei vor allem auf den Breitbandausbau, die geplanten barrierefreien Gehwege in der Altstadt, die ärztliche Versorgung und den Tourismus ein. Er schloss seinen Redebeitrag mit den Worten: „Unser liebenswertes Wemding blüht.

Fraktionssprecher Anton Eireiner berichtete über die Aktivitäten der Stadtratsfraktion im Stadtrat. Er stellte fest, dass das Stadtratsgremium in 2015 und aktuell viele zukunftsweisende Beschlüsse fasste. Hierbei seien beispielsweise der Bau des Horts, die Barrierefreiheit der Stadt oder die beiden neuen Baugebiete Amerbach/ Kreuther Berg II sowie in Wemding Birket III zu erwähnen. Für eine gute weitere positive Entwicklung unserer Altstadt werde sich die Stadtratsfraktion, so Anton Eireiner, nachhaltig einbringen.

Im Anschluss referierte auch der Ehrengast Michael Brandl unverblümt in seinem Impulsreferat über die „große Politik“ in Berlin und die heutzutage immense Rolle der Medien. „Um heute noch etwas bewirken zu können, sei extrem geschickter Aufbau eines Netzwerks erforderlich.“ so Brandl.  Er erinnerte sich seiner Bonner Zeiten in denen mit den Verantwortungsträgern in lockerer Runde gesprochen wurde, während heute alles nur noch schnell und sachlich von statten geht. Abschließend, seiner in vielen noch in Ordnung gebliebenen Heimat bewusst, merkte Brandl an und riet den Versammelten nicht alles zu glauben, was in den Medien stehe.

Als weitere Punkte der Tagesordnung berichtete Benedikt Bosch über die Aktivitäten der Jungen Union Wemding und hob besonders den am 08. Mai stattfindenden Vortrag „Speicher und Netzbedarf“ hervor, an dem Prof. M. Popp aus Nürnberg referieren wird.

Da die bisherige Geschäftsführerin Corina Schmidt wegen der Pflege der Mutter um eine Auszeit als Geschäftsführerin des Ortsverbandes bat, kam es auch zu einer personellen Veränderung im Geschäftsführeramt. So wurde Thomas Walter auf Vorschlag des Vorsitzenden per Wahl als Geschäftsführer gewählt. Dieser ergriff abschließend in seiner Funktion als Elternbeiratsvorsitzender der Realschule Wemding nochmal das Wort und bedankte sich stellvertretend für die gesamte Elternschaft  bei den Kreisräten für den herausragenden Einsatz für die anstehende Sanierung der Realschule.

70 jähriges Jubiläum der CSU-Wemding mit Wilfried Scharnagl

Feindbild für die einen, Idol für die anderen: Kaum ein Politiker polarisierte das Nachkriegsdeutschland so sehr wie Franz Josef Strauß. Für Wilfried Scharnagl, früherer Chefredakteur des Bayernkurier und enger Weggefährte, war der CSU-Übervater vor allem eines – ein Mann, der mit kräftiger Handschrift die Geschichte der Bundesrepublik mitgeschrieben und die Entwicklung des modernen Bayern entscheidend beeinflusst hat.

Scharnagl war Festredner bei der Feier zum 70-jährigen Gründungsjubiläum der CSU Wemding in der Wallfahrtsgaststätte, zu der Ortsvorsitzender Gottfried Hänsel neben den amtierenden und früheren Mandatsträgern im Landkreis zahlreiche Mitglieder und Fr

eunde der Christsozialen eingeladen hatte.

Der Geburtstag der örtlichen CSU geriet dabei fast etwas in den Hintergrund ob des gut einstündigen Vortrags von Scharnagl über seine Erlebnisse mit dem langjährigen CSU-Vorsitzenden. Auch die persönliche Nähe zu Strauß brachte er zwischendurch immer wieder zum Ausdruck, indem er fast wehmütig über zahlreiche gemeinsame Reisen, Ausflüge, Begegnungen mit früheren Staatsmännern, aber auch persönlichen Schicksalsschlägen, wie dem Tod von Marianne Strauß, erzählte. Um das enge Miteinander zwischen ihm und Strauß zu beschreiben, zitierte der Journalist Scharnagl eine Aussage des Parteivorsitzenden und Ministerpräsidenten über ihn: „Er schreibt, was ich denke, und ich denke, was er schreibt.“

Wilfried Scharnagl nimmt für sich in Anspruch, Strauß so gekannt zu haben, wie er wirklich war. „Er war anders als das über ihn in der Öffentlichkeit gezeichnete Bild.“ Seine politischen und menschlichen Fähigkeiten würden, vor allem vom politischen Gegner, nicht hinreichend wahrgenommen, befand der Ex-Chefredakteur. Zwar sei FJS oft gegen den Strom geschwommen. Dabei habe er jedoch stets politische Weitsicht gezeigt und die CSU wie kein anderer geprägt und zur erfolgreichsten Partei Europas gemacht.

Einen wesentlichen politischen Meilenstein habe Strauß gesetzt, als auf sein Drängen hin die Klage gegen die Anerkennung einer Zweistaatlichkeit Deutschlands beim Bundesverfassungsgericht eingereicht und positiv beschieden worden sei. Dadurch sei die deutsche Wiedervereinigung offen gehalten worden.

Eine Maxime von Strauß und gleichzeitig ein Erfolgsrezept der CSU sei gewesen, dem Volk aufs Maul zu schauen, ohne ihm nach dem Mund zu reden, erklärte Scharnagl weiter. Freilich – oft habe es auch innerhalb der CSU heftigen Streit gegeben. „Gegenwind richtete Strauß auf.“ Bis heute sei die CSU keine Harmonieveranstaltung. Wenn nötig, müssten auch mal die Fetzen fliegen. „Auch im lokalen Bereich fehlt es der CSU nicht an Streitkompetenz“, meinte das Partei-Urgestein mit Blick auf die heftigen Streitigkeiten im Zusammenhang mit der Nachfolge von Georg Schmid im Stimmkreis. Dem früheren Fraktionsvorsitzenden im Landtag, der in Wemding dabei war, zollte Scharnagl Respekt für dessen „großartiges Engagement“ für den Landkreis Donau-Ries.

Durch die zahlreichen gemeinsame Erlebnisse mit Strauß zeichnete Scharnagl in Wemding ein Bild des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten nach, das dem Titel seiner Festrede entsprach: Franz Josef Strauß – der Mensch und der Staatsmann.

Zuvor hatte Ortsvorsitzender Hänsel die Geschichte der CSU in Wemding aufgezeigt und einen Bogen von den Männern der ersten Stunde, wie die beiden Bürgermeister nach dem Krieg, Otto Bruckmeir und Engelbert Bayr, über Willy Fackler bis hin zu den aktuell politisch Handelnden gespannt. Die Christsozialen hätten die Stadtpolitik Wemdings in den zurückliegenden 70 Jahren entscheidend mitgeprägt, sagte Hänsel. „Dabei stand der einzelne Mensch stets im Mittelpunkt.“

Ein weiterer Höhepunkt des Abends waren die Ehrungen einer ganzen Reihe von Mitgliedern, die sich in ihrem politischen Wirken für die CSU und das Gemeinwohl verdient gemacht haben. Grußworte gab es vom Landtagsabgeordneten Wolfgang Fackler, dem stellvertretenden Kreisvorsitzenden Wolfgang Kilian und Bürgermeister Martin Drexler.

 


Mensch und Staatsmann – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/donauwoerth/Mensch-und-Staatsmann-id35861437.html

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